1965 bis 2001
    (...)In der Rauminstallation „Hüllen“von 2001 sehen wir zunächst die lebensgroßen Gestalten eines Mannes und einer Frau, beide nicht mehr jung, aber kräftig und fruchtbar, als könne aus ihnen ein weit verzweigter Baum von Kindern und Kindeskindern entspriessen. Dass die Künstlerin diese Figuren nach ihren eigenen Eltern modelliert hat, ist für den Betrachter zunächst ganz unerheblich. Ähnlich wie die großen, in freier Natur schwebenden Polyesterfiguren, nimmt man sie nur wahr in ihrer kreatürlichen Nacktheit, als anonyme Repräsentanten des Menschen an sich. Wie wartende Kranke, ja Tote sind sie in einem nüchternen, kalten Raum auf dem Rücken liegend aufgebahrt, vertrauensvoll lächelnd und nach oben schauend. In einiger Entfernung liegen ihr Pullover und sein Hemd, sorgsam gefaltet auf einem Höckerchen. Werden die Eltern die Kleidungsstücke gleich anziehen dürfen? Oder haben sie sie gerade als leere Hüllen für immer hinter sich gelassen und sehen sie nun einer geheimnisvollen Verwandlung, gar Neugeburt entgegen? Denn wie kleinste Kinder sind Frau und Mann auf Wolldecken in den traditionellen Babyfarben Rosa bzw. Hellblau gebettet – ein Kreislauf von Tod und Wiedergeburt ist angedeutet (...)
    Dr. Regine Nahrwold im Faltblatt: Petra Förster, 1965 bis 2001
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