Kaiser Wilhelm II. und Fürst Otto von Bismarck, Aluminiumguß, 2003
    Auf der Suche nach Geschichte streifen wir am 29.09.2002 durch Brunsbüttel. Es ist Sonntag, die Straßen sind leer. Wir befinden uns im norddeutschen Grau. Unser Gang führt uns zum Wasser, das sich hier im Nord-Ostsee-Kanal befindet. Ein Containerschiff erscheint aus Richtung Kiel. Es ist wunderschön: orangefarbende, blaue, grüne und rote Container sind zu sehen. Hier ist ein guter Platz für Geschichten. Es passiert viel. Wir überqueren mit der Fähre den Nord-Ostsee-Kanal und fahren wieder zurück. Anschließend besichtigen wir die Schleuse und das Schleusenmuseum. Da ist die Geschichte. Fürst Otto von Bismarck hatte als Reichskanzler den Bau des Nord-Ostsee-Kanals entscheidend voran gebracht. Es sollten große Schiffe, auch Kriegsschiffe darauf fahren können. Kaiser Wilhelm I. hatte 1887 den Grundstein für den Baubeginn gelegt. Sein Enkel, Kaiser Wilhelm II., weihte den Kanal 1895 ein und nannte ihn zu Ehren seines Großvaters Kaiser-Wilhelm-Kanal. Fürst Otto von Bismarck jedoch war zu diesem Zeitpunkt kein Kanzler mehr. Wilhelm II. hatte ihn, den entscheidenden Kanalbefürworter, bereits 1890 entlassen. Die Fähren, die den Kanal in gegenläufiger Richtung überqueren, entsprechen dem Verhältnis von Bismarck und Wilhelm II. Es gibt im Fährrhythmus kein aufeinander Zubewegen, sondern ein versetztes Nebeneinander.
    Von der Installation auf den Fähren in Brunsbüttel ist ein Film entstanden: Petra Förster: Stillgestanden, 2004, DVD, 6 Minuten
    Mit freundlicher Unterstützung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel, insbesondere Herrn Dieter Goos.
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